Die Mediation

Mediation ist ein besonders vertrauliches, strukturiertes und nicht gerichtliches Verfahren zur Konfliktlösung zwischen zwei oder mehreren Parteien. 

Der Mediator, ein neutraler und allparteilicher Dritter, unterstützt die Beteiligten dabei, einvernehmliche Lösungen zu finden, die den Bedürfnissen und Interessen aller Parteien gerecht werden ("Win-Win-Situation").

Ziel einer Mediation ist eine detaillierte Vereinbarung, welche die Beteiligten eigenverantwortlich erarbeiten.

Ein Mediationsverfahren wird in verschiedenen Kontexten eingesetzt, zum Beispiel bei Familien-, Wirtschafts- und Baukonflikten oder Streitigkeiten im öffentlichen Recht. 

Das Mediationsverfahren folgt generell sechs Grundprinzipien. Sie geben dem Verfahren seinen Rahmen und sind die Basis für einen konstruktiven Lösungsprozess. 

  1. Freiwilligkeit
  2. Autonomie/Eigenverantwortung
  3. Allparteilichkeit/Neutralität des Mediators
  4. Ergebnisoffenheit
  5. Informiertheit
  6. Vertraulichkeit

Eine Mediation läuft in mehreren Phasen ab, vom Kennenlernen der Beteiligten bis zum Abschluss des Mediationsprozesses.

Wirtschaftsmediation

Im wirtschaftlichen Kontext kann es zu Konflikten zwischen Unternehmen, Geschäftspartnern, Mitarbeitern oder auch innerhalb eines Unternehmens kommen. Diese Konflikte können verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel Meinungsverschiedenheiten über Vertragsbedingungen, unklare Zuständigkeiten, unterschiedliche Interessen oder Probleme in der Kommunikation.

Die Wirtschaftsmediation bietet zahlreiche Vorteile gegenüber anderen Konfliktlösungsverfahren. Sie ist schneller, kostengünstiger und vertraulicher als ein Gerichtsverfahren.

Lösungen können finanzielle als auch nicht-finanzielle Aspekte umfassen, zum Beispiel die Wiederherstellung der Geschäftsbeziehung, die Verbesserung der Kommunikation oder die Grundlage für neue Kooperationen.

Zielgruppen der Wirtschaftsmediationen sind:

  • Klein- und Mittelstandsunternehmen
  • Großkonzerne
  • Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisation (NGO)
  • Vereine / Verbände
  • Soziale Einrichtungen

 

Hierbei kann es sich um interne als auch externe Konfliktsituationen handeln.

Familienmediation

Familienmediation fördert Verständnis, den Aufbau langfristig funktionierender Beziehungen und Selbstbestimmung.

Dies kann unter anderem helfen, den Familienfrieden zu wahren, emotionale Spannungen und den Umgang mit der Aufteilung von Vermögen zu bewältigen, sowie rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.

Familienmediation behandelt zum Beispiel Konflikte in Bezug auf:

  • Trennung / Scheidung
  • Sorgerecht
  • Erbschaft
  • Nachfolge im Familienunternehmen
  • Nachbarschaft
  • Zwischenmenschliches

Mediation am Bau

Bauen ist ein Schaffungsprozess, welcher den konstruktiven Einsatz aller Beteiligten bei der Lösung auftretender Probleme erfordert.

Mediation am Bau ist ein Verfahren zur Konfliktlösung, das speziell auf Bauprojekte und Baukonflikte ausgerichtet ist. Es handelt sich um eine alternative Methode, um Streitigkeiten zwischen verschiedenen Parteien, wie beispielsweise Bauherren, Auftragnehmern oder Architekten, zu lösen.

Bei der Mediation am Bau wird ein neutraler Vermittler mit entsprechenden Fachkenntnissen eingesetzt, der den Parteien hilft, ihre Standpunkte zu klären und gemeinsame Lösungen zu finden. 

Die Zielgruppen der Mediation am Bau sind:

  • Öffentliche und private Bauherren
  • Planer (Architekten und Ingenieure)
  • Baufirmen (Bauunternehmen und Handwerksbetriebe)
  • Eisenbahnunternehmen
  • Gemeinden und Kommunen
  • Bauträger, Investoren und Wohnungsgesellschaften
  • Eigentümer und Erwerber

Mediation am Bau kann eine effektive Möglichkeit sein, um langwierige und kostspielige Auseinandersetzungen zu vermeiden und stattdessen eine friedliche Einigung zu erzielen.

Mediation im öffentlichen Recht

Mediation im öffentlichen Recht bezieht sich auf den Einsatz von Mediationsverfahren zur Lösung von Konflikten im Bereich der öffentlichen Verwaltung. Hierbei kann es um Streitigkeiten zwischen Bürgern und Verwaltungsbehörden, zwischen verschiedenen Verwaltungseinheiten oder um Umweltkonflikte gehen. 

Diese Form der Mediation fördert eine partizipative Entscheidungsfindung und kann dazu beitragen, langwierige rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, indem sie auf kooperative Weise zu Einigungen führt.

Die Mediation im öffentlichen Recht behandelt zum Beispiel Konflikte in Bezug auf:

  • Genehmigungen
  • Förderungen
  • Umwelt
  • Antragsstellung
  • Öffentliche Träger
  • Behördenkommunikation
  • Beteiligungsverfahren
  • Gesetzgebungsverfahren
  • Güteverfahren

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